WAS UND WIE WERDEN WIR ARBEITEN?

Was bringt die Digitalisierung?
Die Schlagworte wie Industrie 4.0, industrielle Revolution und Digitalisierung waren zu Anfang der Debatten stärker geprägt von „Was geht verloren“ als von „Was ändert sich wie?“.

Die Digitalisierung hat langsam in vielen Branchen und Betrieben Einzug gehalten und äußert sich z. B. in der Logistik durch kürzere Produktionszeiten und durch die Abstimmung zwischen Maschinen, sodass für viele „Handgriffe“ das Einschreiten des Menschen nicht mehr notwendig ist. Es hat sich aber auch gezeigt, dass nicht der Mensch aus dem Produktions- und Arbeitsbereich gedrängt wird, sondern dass sich die Aufgaben und Tätigkeiten bereits geändert haben oder sich langsam verändern. Aber genau so wenig wie der Online-Handel nicht den stationären Handel total verdrängt, so verdrängt der Roboter (noch lange) nicht den Menschen.

Bei den technischen Berufen sind besonders jene hervorzuheben, die sich mit IT im weitesten Sinne beschäftigen, da es um nachgefragte Kompetenzen wie Data Mining, Datenverarbeitung, Datenvisualisierung, Dateninterpretation und Anwendung der Ergebnisse auf neue Strukturen geht. Gepaart werden diese Kompetenzen mit 3D-Konstruktionen und Simulationen im Maschinen- und Werkzeugbau sowie der Mechatronik. Ziel ist unter anderem die Optimierung der Wertschöpfungskette durch Smart Assistance und die Organisation von Smart Factory, um die Produktion zu individualisieren.

Der Einzug der Digitalisierung im Sozial- und Gesundheitsbereich unterstützt z. B. bei der Diagnose: Durch das Erkennen von „korrekten“ Mustern können Unterteilungen getroffen werden. Dort, wo die Muster nicht stringent sind, erfolgt die Beurteilung durch Menschen. Soziale Roboter wie z. B. „Pepper“, deren Einsatzgebiet die Betreuung von älteren Menschen zur Erhaltung und Förderung der kognitiven Fähigkeiten ist, werden derzeit in Österreich, Deutschland und Japan erforscht.

Der Arbeitsmarkt im Sozial- und Gesundheitsbereich wird aber auch durch die demografischen Entwicklungen stark determiniert. Für ÄrztInnen, Gesundheits- und Krankenpflege- berufe und gehobene medizinische Dienste, speziell Radiologietechnologie, wird aufgrund steigender Nachfrage sowie anstehender Pensionierungswellen ein Beschäftigungswachstum prognostiziert. Besonders gute Arbeitsmarktaussichten haben ElementarpädagogInnen und KindergartenbetreuerInnen, denn sie profitieren vom Ausbau der Betreuungsplätze. Mit dem Pflegebedarf aufgrund der steigenden Alterserwartungen steigt auch die Nachfrage nach SozialbetreuerInnen in der Altenarbeit und nach HeimhelferInnen stark an, besonders in der mobilen Betreuung in den eigenen vier Wänden.

UNTERSCHIEDLICHE BERUFSCHANCEN

Die Arbeitslosenrate von AkademikerInnen stellt seit vielen Jahren den niedrigsten Wert unter allen Bildungsabschlüssen dar. Die Berufschancen für NaturwissenschafterInnen, BiowissenschafterInnen, MedizinerInnen und TechnikerInnen sind besonders positiv zu bewerten, für Geistes- und SozialwissenschafterInnen werden sie jedoch eher als schwierig eingestuft. Aufgrund der anstehenden Pensionierungswelle ist in vielen staatlichen und staatsnahen Unternehmen, wie z. B. der ÖBB, die Nachfrage gewachsen, und auch die Berufsaussichten für angehende LehrerInnen sind sehr vielversprechend.

MERKMALE DER „NEW WORK“

1. Die digitalen Kommunikationsabläufe in Unternehmen sind nicht nur schneller, sondern verändern auch den Kommunikationsstil: Mit dem Foto eines Zementsackes und der Angabe „50 x“ kann eine Nachbestellung direkt von der Baustelle aus erfolgen – ohne wesentliche Sprachkenntnisse und dem geläufigen Kommunikationsprozedere.

2. Dass mit mobilen Endgeräten und der Cloud- Technologie sogenannte „Büroarbeiten“ erledigt werden, ist für die UserInnen in den letzten Jahrzehnten Alltag geworden. Allerdings können Maschinen nun auch ortsunabhängig nicht nur mit Hilfe von Dashboards überwacht, sondern auch gesteuert werden.

3. Maschinen übernehmen Teile unserer Arbeit, aber die Künstliche Intelligenz (KI) kann noch nicht bewerten und analysieren. KI erkennt zur Zeit Muster, wenn es jedoch Abweichungen gibt, ist die Intelligenz und das Einschätzungsvermögen des Menschen gefragt.