How To Survive: Maturajahr

Die Fertigstellung der Vorwissenschaftlichen Arbeit, das Wählen der Maturafächer, das Wiederholen des „maturarelevanten“ Stoffes – die ganze Vorfreude von meinem ersten letzten Schultag ist im Winde verflogen.

Anstelle dessen sitze ich in einer Klasse, gefüllt mit Nervosität und Aufbruchsstimmung. 😯🙈📕

Matura hier, Matura da – aber was heißt das eigentlich?

Abstammend von dem lateinischen Wort „maturitas“ (die Reife) ist es die Bezeichnung für die Reifeprüfung in verschiedenen europäischen Ländern. Sie muss von uns SchülerInnen am Ende der Sekundarstufe abgelegt werden, damit wir „reif“ für die Uni sind.

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in der Unterstufe durch die Gänge meiner Schule gegangen bin und die älteren SchülerInnen mit großen Augen angeschaut habe. Die Menschen, zu denen ich vor acht Jahren noch ehrfürchtig aufgeschaut habe, sitzen jetzt mit mir fünf Tage in der Woche in einem Raum. 🏢👩‍💻🧑🏼‍💻

Aber mit dem sich nähernden Ziel, steigt auch jeden Tag die Ungewissheit und Aufregung für mich um einiges an. Deshalb würde allen MaturantInnen gerne drei Herangehensweisen mitgeben und Mut machen, über die Zonen der Gewohnheit hinauszugehen. Gewohnheit soll zwangsläufig nicht für etwas negatives stehen, sondern viel eher eine Eigenschaft sein, die wir effektiv nutzen können. 👌🏻👌🏻☺️📆

1. Über den Nutzen der Gewohnheit 🤷🏻‍♂️🤷🏻‍♀️

„In der Gewohnheit ruht das einzige Behagen des Menschen“, schrieb Goethe in „Wilhelm Meisters Wanderjahre“. Gewohnheit steht per se für nichts Negatives. Vielmehr sollte man Gewohnheiten schaffen, um Dinge mit mehr Leichtigkeit angehen zu können. Anfangs will man täglich vielleicht nicht mehr als 30 Minuten lernen, doch nach einer gewissen Zeit fällt die Hemmschwelle zur Überwindung.

2. Nie das Ziel aus den Augen verlieren/Ziele setzen 👀📆

Für die Matura zu lernen gehört nicht zu den Lieblingsaufgaben. Oft sieht man einfach keinen Sinn dahinter, sich stunden- und tagelang an den Schreibtisch zu setzen und den Stoff immer und immer wieder zu wiederholen. Wieso tu ich mir das Ganze eigentlich an? 🙇🏻‍♂️🙇🏻‍♀️
Am wichtigsten ist es sich darüber bewusst zu werden, warum man das alles macht – und wofür. Unser gemeinsames Ziel die Schule abzuschließen, ist bald erreicht. Jetzt, kurz vor dem Ende, ist es am wichtigsten nicht in eine Leere zu verfallen, sondern das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und sich Ziele für den neuen Abschnitt unseres Lebens zu suchen – denn Neues lässt sich am besten vorbereiten, in dem man Altes so gut man kann abschließt.

3. Wertschätzung ☺️

Den größten Einfluss auf unseren Lernerfolg hat das Bewusstsein, dass das Erlangen von Allgemeinwissen und der Möglichkeit auf einen Abschluss ein Privileg ist und wir das als auch ein solches wahrnehmen sollten. Dinge zu erledigen fällt uns prinzipiell leichter, wenn wir einen Antrieb haben. Man entwickelt für das (Er-)Lernen von Dingen einen Mehrwert, nachdem man eine Dankbarkeit dafür entwickelt, dies erfahren zu dürfen. 😁👍🥳 Und was wir alle nie vergessen sollten: Beim längeren Nachdenken erkennen selbst die jungen Skeptiker zumeist, dass die Schule eben nicht nur Anstrengung bedeutet und Stress bereitet, sondern dass sie durchaus ihre guten Seiten hat und Freude bereiten kann.

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Juliane Hotter, AHS Friesgasse Wien

Persönliche Buchtipps

  • Der Fänger im Roggen von Jerome David Salinger (Hauptcharakter begibt sich mit einem jugendlichen Idealismus auf die Suche nach Anständigkeit und Wahrheit)
  • Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells (Ein Buch über die Einsamkeit und wie sie doch überwunden werden kann)
  • Das Café der Existenzialisten von Sarah Bakewell (Philosophieunterricht, spannend und lebensnah)
  • Geschlossene Gesellschaft von Jean-Paul Sartre („Die Hölle, das sind die anderen“ – lohnende Lektüre, die zum Nachdenken anregt)

Persönliches Fazit

Auch wenn kaum ein Schultag vergeht, an dem ich nicht an die anstehende Matura denke, an dem unsere Lehrerinnen und Lehrer uns nicht auf „maturarelevanten“ Stoff hinweisen. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich mich nicht frage, was ich mit der mir bevorstehenden Zeit anfangen will. Doch neben all diesen Fragen, vergesst nie: „Quidquid discis, tibi discis“ („Was auch immer du lernst, du lernst es für dich selbst“ – Petron).