UNIVERSITÄT ODER FACHHOCHSCHULE?

Als vor circa 25 Jahren Österreichs erste FHs ihre Pforten öffneten, schien der Unterschied zur traditionellen Uni enorm: hier praxisorientierte, effiziente Ausbildung in Schulklassen, dort wissenschaftliche Bildung in Eigenverantwortung und Selbstorganisation.

Seither sind sich die unähnlichen Schwestern um vieles ähnlicher geworden – die Unis „verschulter“ mit strafferen Studienplänen und mehr Anwesenheitspflicht, die FHs „wissenschaftlicher“ mit eigener Forschung, Bibliotheken und internationalen Kooperationen.

STUDIENANGEBOT

Die Auswahl an Studiengängen ist bei beiden enorm, doch oft ist mit der Entscheidung für ein Berufsziel auch die Frage „Uni oder FH?“ geklärt. So führt etwa der Weg zum Arztberuf oder zu juristischen Berufen nur über die Universität, während beispielsweise PhysiotherapeutInnen oder SozialarbeiterInnen ausschließlich an FHs ausgebildet werden. In den Bereichen Wirtschaft und Technik gibt es meist beide Optionen, wobei im Uni-Studium die Spezialisierung später erfolgt als an der FH.

LEHRVERANSTALTUNGEN

Die FH verlangt durchgängige Anwesenheit, wobei meist 20 bis 30 % Fehlzeiten toleriert werden. An Unis genügt es bei manchen Lehrveranstaltungen, die Abschlussprüfung zu bestehen. Wer also gerne individuelle Freiheiten genießt und sich selbst zum Lernen motiviert, dem wird das Uni-System besser gefallen, wer gern klare Strukturen hat, wird die FH bevorzugen.

PRAKTIKA UND AUSLANDSSEMESTER

Fachhochschulen arbeiten eng mit dem jeweiligen Berufsfeld zusammen. Praktika sind in allen Studiengängen Pflicht, häufig in Zusammenhang mit der Bachelor- oder Masterarbeit. Sowohl Unis als auch FHs haben Partnerhochschulen im Ausland und nehmen an internationalen Austauschprogrammen teil.

BEWERBUNGSFRISTEN

An vielen Fachhochschulen beginnen die Aufnahmeverfahren bereits im März, insbesondere für die besonders begehrten Plätze in Gesundheitsstudien. Im Technik-Bereich werden hingegen an manchen FHs bis knapp vor Studienbeginn im Herbst noch letzte Studienplätze vergeben. Die Uni-Aufnahmetests finden in den Sommerferien statt – mit Ausnahme mancher Kunstuniversitäten. Dennoch endet die Bewerbungsfrist teilweise erheblich früher: Die Anmeldung für den Medizin-Aufnahmetest (MedAT) im Juli schließt bereits im März. Für Uni-Studien ohne Zugangsbeschränkungen endet die Zulassungsfrist meist erst wenige Wochen vor Semesterbeginn. 2022 ist etwa an der Uni Wien bis September Zeit, sich einzuschreiben.

ABSCHLUSS

Seit der Umstellung auf das Bologna-System schließen Uni- und FH-Studien mit denselben Abschlüssen ab: Nach drei bis vier Jahren gelangt man zum Bachelor, nach weiteren ein bis zwei Jahren zum Master. An den Universitäten gibt es noch Ausnahmen, so sind etwa die Rechtswissenschaften meist noch als Diplomstudium mit Magisterabschluss organisiert.

ENTSCHEIDUNG

Bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Hochschule soll eines immer im Mittelpunkt stehen: Wo kann man die eigenen Stärken und Interessen am besten entfalten? Übrigens: Immer mehr Studierende machen den Bachelor an der Uni und den Master an der FH oder umgekehrt. Die Antwort auf die Frage „Uni oder FH?“ lautet daher immer öfter: Beides!

AUFNAHMETESTS – SCHLÜSSEL ZUM STUDIUM

Wie heißt es so schön? Die Matura öffnet alle Türen…leider nicht ganz. Nicht wenige Studiengänge sind mit Zugangsbeschränkungen belegt – ein Aufnahmetest muss absolviert werden. Wichtige Infos findest du unter www.aufnahmepruefung.at.

VORBEREITUNG – NUR WIE?

Bei universitären Aufnahmeverfahren kann vor allem das umfangreiche Stoffgebiet, das es zu lernen gilt, einschüchternd wirken. Doch das große Pensum zielt darauf ab, dich auf die Lernmengen des Studiums vorzubereiten. Bewahre also Ruhe und teil dir den Stoff gut ein, bitte eventuell eine Fachlehrkraft an deiner Schule um Hilfe.

An FHs hat die Aufnahmeprüfung oft große Ähnlichkeit mit Intelligenztests. Die Aufgabenstellungen können anfangs verwirrend und ungewohnt sein, es gibt jedoch zahllose Testtrainer, mit deren Hilfe du dich auf genau vorbereiten kannst.

AUFNAHMETESTS

WO WERDEN AUFNAHMETESTS GEMACHT?

Vor einem FH-Studium erwartet dich ein (meist mehrstufiger) Aufnahmetest und auch einige Universitätsstudiengänge sind mittlerweile zugangsbeschränkt. Dort finden die Prüfungen aber nur statt, wenn mehr Anmeldungen als Studienplätze eintrudeln. Es kann also sein, dass dir diese Hürde erspart bleibt.

ACHTUNG! ANMELDEFRIST

Vor allem bei Studien, die an einen Aufnahmetest geknüpft sind, ist es wichtig, sich rechtzeitig anzumelden. Über die Anmeldefristen solltest du dich rechtzeitig informieren. An den FHs ist die Deadline meist im April oder Mai erreicht, während man an den Universitäten oft bis Juni oder Juli Zeit hat. Trotzdem solltest du dich früh informieren, um Zeit für die Vorbereitung zu haben. Außerdem wichtig: An Universitäten kann eine Testgebühr anfallen.

ABLAUF

Die meisten Aufnahmeprüfungen werden am Computer absolviert. Dieser wird vor Ort bereitgestellt. Manchmal verlässt man sich aber auch noch auf Papier und Stift. Handschriftliche Notizen sind jedenfalls erlaubt. Beachte die Instruktionen und Hinweise der Testleitung und gib einfach dein Bestes!

UND WENN ES NICHT KLAPPT?

Nur den Kopf nicht hängen lassen! Jedes Jahr bewerben sich hunderte, wenn nicht sogar tausende Studierende für einen Platz in dem Studiengang, den auch du dir gewünscht hättest. Wenn das Fach dich wirklich begeistert, versuche im nächsten Jahr noch einmal dein Glück! Es gibt viele Möglichkeiten, das „Gap Year“ zu überbrücken und du hast damit ausreichend Zeit, dich noch besser vorzubereiten.