DER CV (CURRICULUM VITAE)

Grundsätzlich ist es nicht schwierig, sich über den Inhalt eines Lebenslaufs zu informieren: Google wirft in weniger als einer halben Sekunde knapp 20 Mio. Suchergebnisse aus. Solche Online-Ratgeber können bei einer „Schreibblockade“ gute Inputs liefern, man sollte aber trotzdem versuchen, die Bewerbung und damit den CV individuell zu gestalten, um aus der Masse hervorzustechen. Schließlich wird der HR-Abteilung langweilig, wenn sie zum 35. Mal denselben Satz liest.

DER CURRICULUM VITAE (CV)

1. DER INHALT

First of all, halte dich kurz! Ein CV sollte maximal zwei Seiten umfassen. Bei „Platzproblemen“ wähle die für den Job relevanten Punkte aus und überlege, was du zusammenfassen kannst (z. B. Studentenjobs in der Gastronomie). Als Berufseinsteiger zeigst du mit solchen Tätigkeiten jedoch Motivation.

Generell muss enthalten sein:

.. Persönliche Daten: Name, evtl. Geburtsdatum und -ort, Anschrift, Staatsbürgerschaft, E-Mail- Adresse und Handynummer. Achtung: Eine unprofessionelle E-Mail-Adresse à la „mausi98@ gmail.com“ ist ein absolutes No-Go!

.. Berufserfahrung: Jobs, Praktika, Freiwilligenarbeit inkl. jeweils Dauer und Verantwortungsbereich. PersonalistInnenlegen darauf einen besonderen Fokus.

.. Ausbildung: Schule, Studium, Weiterbildungen inkl. Abschlüsse und Zertifikate

.. Fremdsprachenkenntnisse und Auslandsaufenthalte/ Sonstige Kenntnisse („Hard Skills“)

.. Soft Skills und soziales Engagement: Hierfür können z. B. Hobbys als Indikatoren dienen

.. Professionelles Bewerbungsfoto

2. DER AUFBAU

Im deutschsprachigen Raum hat sich die tabellarische Form absolut durchgesetzt. Also: kein Fließtext, kein handschriftlicher CV! In anderssprachigen Ländern können solchen Konventionen jedoch abweichen.

CHRONOLOGISCH ODER FUNKTIONAL?

Der chronologische CV ist gängiger und betont deine Entwicklung. Beginne dabei immer mit der aktuellen Situation und arbeite „umgekehrt chronologisch“. Der funktionale CV orientiert sich an bestimmten Kategorien statt am zeitlichen Ablauf und eignet sich deshalb eher für erfahrene BewerberInnen, die z. B. auf Führungserfahrung hinweisen wollen. Falls du bestimmte Erfahrungsbereiche besonders betonen wollen, kann aber auch ein kleiner Kasten mit den passenden Qualifikationen oder Erfolgen (wie besondere Projektabschlüsse) im chronologischen CV zweckdienlich sein.

3. DAS LAYOUT

Das Layout muss zur Stelle passen. Ein Grafiker stellt sein Können und seine Kreativität bestenfalls schon beim CV unter Beweis, eine Wirtschaftsprüferin sollte mit einem traditionellen Layout auf „Nummer sicher“ gehen. Das Wichtigste ist, dass du sauber und strukturiert bei einer Linie bleibst. Wer kein 08/15-Dokument versenden möchte, findet im Internet bestimmt Inspiration oder passende Vorlagen. Ein fertiges Layout bietet auch der Europass.

4. HARD & SOFT SKILLS, HOBBYS UND SONSTIGE KENNTNISSE

Richte derlei Angaben unbedingt nach dem jeweiligen Job. Nenne konkrete Beispiele wie z. B. Fremdsprachen. Unterscheide dabei unbedingt nach dem „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen“, also A1 bis C2, oder zwischen „Grundkenntnisse – gute Kenntnisse – verhandlungssicher – Muttersprache“. Soft Skills belegen Kurse oder Projekterfahrung. Geschickt eingesetzt implizieren auch Hobbys solche Fähigkeiten, insbesondere

Berufseinsteiger können so punkten. Grundsätzlich müssen Hobbys aber nicht angeführt werden. Zu guter Letzt: Bleibe immer bei der Wahrheit!

5. DAS PERFEKTE BEWERBUNGSFOTO

Menschen reagieren unbewusst auf optische Reize, dein Bewerbungsfoto ist also der erste Blickfang. Selfies und Fotos aus dem Jahre Schnee gehen gar nicht! Bestenfalls lässt du dich also von einem professionellen Fotografen ablichten. Wer Freunde mit Fotografie-Erfahrung hat, kann sich dort Hilfe holen. Obwohl ein Foto im CV in den meisten L.ndern mittlerweile sehr unüblich ist, sollten Bewerbungen an österreichische Unternehmen eines enthalten, um nicht den Eindruck zu erwecken, etwas zu verbergen. Ein gutes Bewerbungsfoto zeigt dein Gesicht und den Oberkörper. Verzichte auf einen zu großen Ausschnitt – im doppelten Sinne: Der

Bildausschnitt sollte dich circa bis zum Bauch zeigen. Achte darauf, Haltung zu bewahren, und vermeide unruhige Hintergründe. Deine

Kleidung sollte passend zur Stelle, professionell, falten- und fleckenfrei sein. Außerdem können zu viel Make-up oder zu aufreizende oder ausgefallene Kleidung ein schlechtes Licht auf dich werfen. Und zuletzt das Wichtigste: Lächle in die Kamera! Das macht dich auf Anhieb sympathisch.

WARUM GERADE ICH?

Was du noch beachten solltest…

IN DER KÜRZE LIEGT DIE WÜRZE

Was auch immer du zu sagen hast, sage es im Anschreiben auf maximal einer Seite.

KLAR UND RICHTIG FORMULIEREN

Tippfehler wie „Seer gehrte Frau …“, falsche Satzstellungen oder die inkorrekte Verwendung von Fremdwörtern sind absolute No-Gos, das gilt selbstverständlich für alle Bewerbungsdokumente. Konjunktionen wie „würde“ und „könnte“ erzeugen den Eindruck von Unsicherheit – formuliere deine Vorstellungen klar und deutlich.

FEHLER BEI ADRESSE UND ANSPRECHPARTNER

Fehler beim Firmennamen oder Ansprechpartner werfen entweder ein sehr schlechtes Licht auf dich oder führen dazu, dass die Bewerbung gar nicht ankommt. Fehler bei deinen eigenen Daten können eine Rückmeldung verhindern. Kontrolliere hier extra gewissenhaft!

GRÖSSER, TOLLER, BESSER

Selbstbewusstsein ist schön, aber bleibe realistisch. Überzogenes Prahlen oder Selbstüberschätzung können schnell unsympathisch wirken und nichts ist peinlicher, als beim Bewerbungsgespräch bei einer Übertreibung erwischt zu werden.

DIGITALE IDENTITÄT

Bevor du alle Unterlagen versendest, solltest du noch einen Check deiner digitalen Identität machen – vor allem auf Social Media. Peinliche Partyfotos oder Cyber Mobbing lassen dich nicht gerade gut dastehen. Google zum Beispiel versuchsweise deinen Namen. Besonders tricky sind PersonalistInnen, die dich anonym über soziale Medien kontaktieren: Behalte im Hinterkopf, dass die afrikanische Omi, die dir 1 Million Euro spenden möchte, eventuell ein/e HR-Verantwortliche/r ist, die/der deinen Hausverstand auf die Probe stellen will.

HOBBYS – CLEVER AUSWÄHLEN

.. Teamsportarten zeugen von Fairplay und Kooperationsfähigkeit, Einzelsport von Ehrgeiz und Belastbarkeit

.. Mitarbeit in Vereinen zeigt gesellschaftliches Engagement

.. eine Leidenschaft für Sachliteratur zeigt, dass du dir gerne Wissen aneignest

.. ein spezielles Hobby kann Neugierde und Interesse wecken

.. Vermeide passive, „unproduktive“ Hobbys (Fernsehen, Shopping usw.)

.. Wähle Hobbys mit vernünftigem Zeitrahmen und führe nicht zu viele an

NOCH EIN PAAR TIPPS FÜR DEN PERFEKTEN CV

.. Referenzen gehören in das Anschreiben, nicht in den Lebenslauf

.. Lücken nicht totschweigen! Habe den Mut zu beschreiben, was du in nicht berufstätigen Phasen gemacht hast (Weiterbildungen, Reisen etc.)

..Grammatik, Groß- und Kleinschreibung sowie Interpunktion solltest du unbedingt von einemzweiten Paar Augen kontrollieren lassen (das gilt natürlich für die gesamte Bewerbung), häufige (Schönheits-) Fehler sind z. B. Großbuchstaben in E-Mail-Adressen

..Der Text auf der zweiten Seite sollte weiter unten beginnen, da Zettel üblicherweise links oben zusammengeheftet werden

.. Lass Platz am Rand für Notizen

.. Falls schwerfällige Bezeichnungen von Schulen oder akademischen Einrichtungen nicht dazu beitragen, Ihren Lebenslauf „besser zu verkaufen“, solltest du sie im Sinne der besseren Lesbarkeit kürzen

.. Bleibe bei einer Form von Funktionsbezeichnungen und Tätigkeiten, d. h. entweder Nomen ODER Verben

.. Kurz und knackig ist besser als „Geschwafel“

.. Benenne alle Dokumente professionell – den CV z. B. mit „Lebenslauf“ und deinem Namen – Dateinamen wie „Endgültigfinal_1234“ sind ein No-Go!

.. Führe keine physische Beschreibung, keine skurrilen Hobbys, keine zu persönlichen Informationen (z. B. Sozialversicherungsnummer, Namen der Eltern oder Kinder) und keine überzogenen Gehaltsvorstellungen an

DAS TELEFONINTERVIEW

Telefonische Interviews vor einem persönlichen Vorstellungsgespräch sind mittlerweile gang und gäbe. Sei freundlich und aufgeschlossen, lass dich nicht durch unangekündigte Telefoninterviews aus der Reserve locken. Wenn du weißt, dass jemand anruft, kannst du dich so vorbereiten: Hast du…

.. genug Informationen über das Unternehmen gesammelt, um auf Fragen professionell zu antworten?..einen Gesprächsleitfaden erstellt?

.. einen Überblick, um Unternehmen, bei denen du dich bewirbst, nicht zu verwechseln?

.. den Akku aufgeladen und die Anklopf-Funktion inaktiv?

.. Papier und Schreibzeug?

.. deine Bewerbungsunterlagen in Reichweite?

.. die Unternehmenshomepage am Bildschirm?

.. einen Terminkalender dabei?

.. Ruhe im Zimmer?