DIE PERSÖNLICHKEIT ZÄHLT

Eine gute Ausbildung alleine ist zu wenig für beruflichen Erfolg. Neben fachlicher Qualifikation sind nämlich auch noch andere Fähigkeiten gefragt. Egal, für welchen Beruf du dich entscheidest – bestimmte Einstellungen und Grundhaltungen sind wichtig. Erfahre hier, was hinter den sogenannten Soft Skills steckt und worauf es noch ankommt.

IN DIE EIGENE ZUKUNFT INVESTIEREN

Früher verstanden viele Menschen Bildung und Beruf als „gratis“ – kostenloses Bildungssystem, kostenlose Weiterbildung im Unternehmen und kostenlose Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren selbstverständlich. Heute ist das anders: Es ist notwendig, in sich selbst (Geld) zu investieren – etwa für Weiter- und Fortbildung, IT-Infrastruktur oder Sprachkurse. Wie kannst du das jetzt schon? Wünsch dir zu besonderen Anlässen etwa einen Sprachkurs oder einen funktionstüchtigen Laptop statt einer neuen Spielkonsole.

NICHT ALLES DEM ZUFALL ÜBERLASSEN

Karriere ist nicht Glückssache. Wer die eigene Karriere in Grundzügen plant, hat mehr davon. Die Beobachtung allgemeiner Entwicklungen, die Analyse der eigenen Stärken und Schwächen und zielgerichtete Weiterbildung sind entscheidend. Unser Tipp: Informiere dich regelmäßig über Arbeitsmarktentwicklungen und lege Karriereziele fest. Wie das geht, erfährst du im Beitrag „Karriere – Was ist das?“

IMMER IN BEWEGUNG BLEIBEN

Karriere ist eine Daueraufgabe: Wer rastet, der rostet. Beruflicher Erfolg fordert und fördert persönliche Weiterentwicklung und jeder neue Step ist nur ein Sprungbrett zur nächsten, noch interessanteren Aufgabe. Deshalb: Suche dir immer neue Ziele, um motiviert zu bleiben. Freue dich über Erfolge, ruhe dich aber nicht allzu lange auf den Lorbeeren aus.

BERUF KANN SPASS MACHEN :)

Früher wurde strikt zwischen Beruf und Privatleben getrennt, Spaß begann erst nach der Arbeit. Heute stellen immer mehr Menschen den Anspruch, im Beruf nicht nur „funktionieren“ zu müssen, sondern Sinnhaftigkeit und Freude zu erfahren. ExpertInnen sprechen von „spielerisch“ gestalteten Karrieren: kreativ und innovativ, darauf kommt es nun an. So kann man Karriereherausforderungen unverkrampft, offen und selbstbewusst entgegentreten. Frag dich also: Kann ich mein Hobby zum Beruf machen? Welche Ansprüche (Stichwort „Spaßfaktor“) kann ich an Arbeitgeber und Jobs stellen?

GEMEINSAM STATT EINSAM

In der Schule warst du mehr oder weniger EinzelkämpferIn – so kommst du im Beruf aber nicht weit. Die heutige Wirtschafts- und Arbeitswelt lebt von funktionierenden Netzwerken. Wenn man sich gegenseitig unterstützt und aufeinander verlassen kann, profitieren alle Parteien. Doch wie funktioniert Networking? Veranstalte beispielsweise einmal im Jahr ein Fest mit FreundInnen und interessanten Leuten. Und am wichtigsten: Gehe nicht mit Scheuklappen durchs Leben – an der Schule, an der Uni/FH und in jedem Praktikum lernst du neue Leute kennen, die dir in deiner beruflichen Zukunft einmal helfen könnten.

ERFOLGSFAKTOR EIGENINITIATIVE

Viele Leute versprechen sich beruflichen Erfolg davon, dass sie sich an eine/n Vorgesetzte/n „anhängen“. Wer sich allerdings „anhängt“, der wird abhängig. Wichtig ist deshalb folgende Grundhaltung: Du bist für deinen Erfolg selbst verantwortlich. Bleibe stets loyal, behalte dabei aber gleichzeitig deine eigenen Interessen im Auge.

INTERNATIONAL DENKEN

Die Wirtschafts- und Arbeitswelt internationalisiert sich mehr und mehr – gesucht sind also MitarbeiterInnen, die nationale und sprachliche Grenzen überwinden können, um neue Märkte zu erobern und globalen Entwicklungen mitzutragen: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Ost-Sprachen etc. Verhandlungssicherheit ist das Ziel. Deshalb solltest auch du über den heimischen Tellerrand blicken, Sprachen lernen oder internationale Tageszeitungen und Magazine lesen. Bewirb dich für Jobs und Praktika im Ausland – auch wenn diese nur in den Ferien sind oder wenig Geld einbringen, sie machen sich gut in deinem Lebenslauf.

GRAU IST ALLE THEORIE – PRAXIS GEWINNT

Praxiserfahrung ist einer der Top-Faktoren am Arbeitsmarkt. Wer in einem Praktikum oder gar mehreren Praktika bereits Erfahrung gesammelt hat, hat es als BewerberIn leichter. Deshalb sind gute Praktikumsplätze häufig hart umkämpft – häufig bieten BerufseinsteigerInnen sogar an, ein kostenloses Praktikum zu absolvieren – wichtig ist ihnen vor allem Praxiserfahrung und deren Nachweis.

DURCH WIRTSCHAFTLICHES DENKEN EINEN SCHRITT VORAUS

Wirtschaftliches bzw. unternehmerisches Denken ist in allen Bereichen erfolgsentscheidend. Gemeint ist damit, die großen Zusammenhänge zu erkennen. Wenn es deine Schullaufbahn nicht inkludiert, eigne dir selbst wirtschaftliche Grundkenntnisse (z. B. BWL) an – es wird sich später einmal bezahlt machen.

MIT VERKAUFSTALENT AUF DER ÜBERHOLSPUR

Erhebungen zeigen: 70 % aller offenen Stellen haben etwas mit „Verkaufen“ zu tun. Gefragt sind MitarbeiterInnen, die Produkte und Dienstleistungen optimal in Szene setzen können. Auch sich selbst muss man optimal „verkaufen“, um beruflich weiterzukommen. Übe und lerne, deine Stärken zu kommunizieren!

ORGANISATION IST DIE HALBE MIETE

Die zeitsparende und effiziente Organisation von Arbeitsprozessen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, damit man sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren kann. Wer gut organisiert ist und technische Hilfsmittel einzusetzen weiß, hat mehr Kapazitäten.

SOFT SKILLS – ÜBERZEUGEN DURCH PERSÖNLICHKEIT

Arbeitgeber schätzen MitarbeiterInnen, die sich gut ausdrücken können, überzeugend präsentieren und gut im Team arbeiten. Diese Persönlichkeitsfaktoren werden auch „Soziale Kompetenzen“ oder „Soft Skills“ genannt: Kommunikationsfähigkeit, Kontaktstärke, Kritik- und Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, soziale Sensibilität, Organisationsfähigkeit, Bereitschaft zur Selbstreflexion und viele andere. Trainieren und nachweisen kannst du solche Soft Skills beispielsweise durch ehrenamtliches Engagement oder Hobbys (z. B. Mannschaftssport und Teamfähigkeit hängen zusammen).

CHECK THAT!

EIN SELBSTTEST

Reflektiere mittels der folgenden Fragen deine eigenen Social Skills und nutze die Tipps zu den jeweiligen Themen, die dir „gar nicht“ liegen.

1. Kannst du dich über einen längeren Zeitraum gut konzentrieren?

Um die Konzentration zu trainieren, gibt es einige einfache Übungen wie Wörter zählen, aber auch Autogenes Training oder Yoga können die Konzentration verbessern.

2. Kannst du dich klar und verständlich ausdrücken?

Um deine Rhetorik zu verbessern, gibt es nur: lesen, lesen, lesen und üben, üben, üben. Informiere dich auch über kostenlose Angebote wie zum Beispiel die Aktionstage der Schülerunion.

3. Kannst du vor einer Gruppe reden?

Wenn du ungern vor Gruppen sprichst, übe am besten vor dem Spiegel. Du bist selbst dein/e schlimmste/r KritikerIn. Wenn du vor dir selbst bestehst, wirst du auch vor jeder Menschenmenge brillieren.

4. Kannst du klare und präzise Fragen stellen?

Auch das Fragenstellen kann man üben. Lies in Tageszeitungen und Magazinen Interviews und überlege dir, welche Fragen du gestellt hättest. Auch durch Übungsinterviews mit Familie und Freunden stärkt man die Fähigkeit systematisch zu fragen.

5. Kannst du sachlich bleiben, wenn du persönlich angegriffen wirst?

Das kannst du bei jeder familiären Diskussion üben. Lass dich nicht provozieren, gehe auf persönliche Angriffe nicht ein und kontere auf gar keinen Fall unter der Gürtellinie. Nur wer cool bleibt, kann ein Gespräch wieder auf die Sachebene führen. Außerdem verbessert das nicht nur deine sozialen Kompetenzen, sondern auch den Haussegen ;-)

6. Kannst du dir in Diskussionen Gehör verschaffen?

Wenn du immer auf der Strecke bleibst und dir niemand zuhört, hast du vielleicht keine guten Argumente oder einfach eine zu leise Stimme. Wer klar spricht und auch etwas zu sagen hat, dem hört man zu. Also: Zuerst denken, dann reden – und zwar deutlich.

7. Kannst du Inhalte und Ergebnisse auf den Punkt bringen?

Übe schon in der Schule die hohe Kunst der Zusammenfassung. Du kannst auch versuchen, Zeitungsartikel in einigen Sätzen zusammenzufassen und deiner Familie zu berichten – so bleibst du außerdem up-to-date.

9. Kannst du deine Positionen und Ansprüche höflich und gleichzeitig bestimmt durchsetzen?

Wenn es dir schwerfällt, dich durchzusetzen, bitte deine Freunde, mit dir über ein kontroverses Thema zu diskutieren. Nimm nun die absolut entgegengesetzte Position deiner eigentlichen Überzeugung ein – das trainiert nicht nur dein Durchsetzungsvermögen, sondern auch die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen.

CHECK THAT!

DIE 13 WICHTIGSTEN SOFT SKILLS

  • Kommunikationsfähigkeit:

…ist wichtig, um einander zu verstehen und einen Konsens zu finden.

  • Kreativität:

Neue, unkonventionelle Ideen helfen neue Strategien und Lösungswege zu entwickeln.

  • Selbstbewusstsein:

…bedeutet unter anderem, sich selbst bewusst wahrzunehmen, eigene Stärken und Schwächen zu kennen und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

  • Enthusiasmus:

Wer Begeisterung für seine Arbeit aufbringen kann, wird stets genug Motivation und Ausdauer für alle Arten von Aufgaben haben.

  • Teamfähigkeit:

Teamfähig zu sein bedeutet unter anderem, seine Rolle im Team zu erkennen und sich jener Rolle entsprechend zu verhalten. Teamwork spielt in beinahe jeder Position eine entscheidende Rolle.

  • Vertrauen:

Wer Vertrauen schafft, strahlt Loyalität aus. Auf diese Person verlässt man sich auch in kritischen Situationen gerne.

  • Kritikfähigkeit:

Kritik hilft, Fehlern und Schwachstellen auf die Spur zu kommen. Wer es schafft, sachlich formulierte Kritik anzunehmen, kann seine Arbeitsweise verbessern und lernt schneller dazu.

  • Analytisches Denken:

Wer analytische Fähigkeiten trainiert, ist in der Lage, Situationen schneller zu erfassen und entsprechend rasch zu reagieren.

  • Selbstdisziplin:

Wer sich selbst unter Kontrolle hat, entkommt auch aus unangenehmen Situationen elegant. Das ist wichtig, um in einer Gemeinschaft zu arbeiten.

  • Neugierde:

…ist die Voraussetzung für Kreativität und einen offenen Umgang mit Neuem.

  • Konfliktfähigkeit:

Konstruktive Gespräche helfen, Konflikte aus dem Weg zu schaffen. Vertritt deine Position, toleriere jedoch auch andere Perspektiven.

  • Durchsetzungsvermögen

Sich angemessen durchzusetzen bedeutet zu überzeugen, statt zu überreden – oder zu zwingen. Argumentieren und konstruktives Diskutieren sind vor allem im Bereich Leadership unabdingbar.

  • Einfühlungsvermögen

Wer empathisch ist, kann andere leichter von seiner Sache überzeugen.