ARBEITSRECHT

Nicht nur als BerufseinsteigerIn – grundlegendes Wissen in arbeitsrechtlichen Fragen kann helfen, Missverständnissen vorzubeugen und sich im Job-Dschungel zurechtzufinden.

DIENSTVERHÄLTNISSE

BEFRISTETE DIENSTVERHÄLTNISSE

Befristete Dienstverhältnisse werden für einen fixen Zeitraum abgeschlossen und enden mit dessen Ablauf. Der Endzeitpunkt muss als bestimmtes Kalenderdatum feststehen, wobei beispielsweise die Befristung „für die Dauer der Mutterschaftskarenz“ eine Ausnahme darstellt. Die Kündigung vor Zeitablauf ist grundsätzlich ausgeschlossen, kann jedoch gesondert vereinbart werden

UNBEFRISTETE DIENSTVERHÄLTNISSE

Unbefristet sind Dienstverhältnisse, die ohne zeitlichen Ablauf abgeschlossen werden. Eine Auflösung dieses Arbeitsverhältnisses muss durch eine Kündigung geschehen.

FREIES DIENSTVERHÄLTNIS

Es gibt keine gesetzliche Definition eines freien Dienstverhältnisses. Nach der Rechtsprechung liegt ein solches Dienstverhältnis vor, wenn sich jemand gegen Entgelt verpflichtet, einem Auftraggeber für bestimmte oder unbestimmte Zeit seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, ohne sich dabei in persönliche Abhängigkeit zu begeben. Es gibt keine Urlaubsregelung und kein 13. und 14. Gehalt.

Beispiel: Ein Mitarbeiter einer Wochenzeitung liefert wöchentlich Beiträge zu einem bestimmten Thema in einem bestimmten Umfang und erhält, abhängig von der Zeichenanzahl, dafür ein Honorar. Dabei ist es unwichtig, wann und wo gearbeitet wird und ob die Beiträge selbst oder von einem Dritten verfasst werden.

FIXES DIENSTVERHÄLTNIS

Nach Definition des Steuerrechts liegt ein fixes Dienstverhältnis vor, wenn die Leitung der geschäftlichen Belange dem Arbeitgeber unterliegt, die/der ArbeitnehmerIn an die Weisungen des/ Arbeitgebers/Auftraggeberin gebunden ist und für ihre/seine Tätigkeit ein Entgelt erhält.

KÜNDIGUNG

ARBEITNEHMERKÜNDIGUNG

Wenn du selbst deinen Job aufgeben willst, handelt es sich um eine Arbeitnehmerkündigung.

ENTLASSUNG

Die Entlassung wird oft als „fristlose Kündigung“ bezeichnet und ist nur berechtigt, wenn ein Entlassungsgrund vorliegt. Sie muss unverzüglich nach dem Bekanntwerden des Entlassungsgrundes ausgesprochen werden, sonst ist sie – trotz einer rechtmäßigen Begründung – unberechtigt. Grundsätzlich beendet jede Entlassung das Dienstverhältnis, die Konsequenzen sind jedoch abhängig von der Rechtmäßigkeit sehr unterschiedlich.

Lasse bei deiner Entlassung unbedingt prüfen, ob diese tatsächlich berechtigt erfolgt ist. Die Arbeitsrechtsabteilung deiner Arbeiterkammer hilft dir dabei weiter (www.arbeiterkammer.at). Bei einer berechtigten Entlassung musst du leider erhebliche finanzielle Nachteile hinnehmen (z. B. aufgrund von Schadenersatzansprüchen), bei einer unberechtigten hast du zwei Möglichkeiten:

• Du akzeptierst die Entlassung, forderst aber deine finanziellen Ansprüche, eine sogenannte „Kündigungsentschädigung“ (also das, was du während der fiktiven Kündigungsfrist verdient hättest), ein.

• Du fechtest die Entlassung mit dem Ziel an, das Arbeitsverhältnis aufrechtzuerhalten. Auch hier hilft dir die Arbeitsrechtsabteilung deiner Arbeiterkammer weiter. Um die Klage bei Gericht einzubringen, sind meist nur zwei Wochen (in manchen Fällen noch weniger) ab Erhalt der Entlassung Zeit (Achtung: eine mündliche Mitteilung reicht!).

DIENSTZEUGNIS

Potenzielle Arbeitgeber verlangen oft ein Dienstzeugnis vorangegangener Beschäftigungen. Der Anspruch auf Ausstellung eines Dienstzeugnisses verjährt erst nach 30 Jahren. Achte dabei aber auf etwaige Klauseln in deinem Kollektiv-/Arbeitsvertrag, die eine bestimmte Frist festlegen.

Folgende gesetzlich vorgesehene Informationen sollen enthalten sein:

  • Allgemeine Angaben zu deiner Person
  • Genaue Bezeichnung des Arbeitgebers
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Art deiner Tätigkeit
  • Unterschrift des Arbeitgebers

Außerdem relevant:

  • Beurteilung der Leistung und des Erfolges
  • Beurteilung des Sozialverhaltens
  • Kündigungs-/Beendigungsformel
  • Dankes- und Bedauernsformel
  • Empfehlung
  • Zukunfts- und Erfolgswünsche

Ein gutes Dienstzeugnis betont konkrete Ergebnisse. Zuerst sollten die wichtigsten und anspruchsvollsten Tätigkeiten und Kompetenzen angeführt werden – Routineaufgaben zu Beginn werfen kein gutes Licht auf dich. Das beste Zeugnis ist ein stark individualisiertes. Eine nachweisliche Kostensenkung, Umsatzsteigerung, die Fähigkeit zur konstruktiven Gesprächsführung oder erfolgreich umgesetzte Projekte sollten im Dienstzeugnis unbedingt entsprechende Beachtung finden.

Vorsicht ist außerdem bei der Schlussformel geboten: Die Formulierung „Er/Sie verlässt uns in gegenseitigem Einvernehmen“ bedeutet, dass die betreffende Person gekündigt wurde. Auch wenn „Erfolg in einem anderen Unternehmen“ gewünscht wird, ist das eine negative Beurteilung. Positiv ist dagegen die Formulierung „Er/Sie verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr/sein Ausscheiden außerordentlich und wünschen ihr/ihm alles Gute für die Zukunft.“